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Blutfreitag

Weihbischof Dr. Peter Birkhofer denkt bei seiner Pontifikalamtspredigt an die Menschen im Libanon und der Ukraine



Foto: Ulrich Gresser
Weihbischof Peter Birkhofer, Zelebrant des Pontifikalamts mit der Reliquie auf dem Weg zum Baldachin vor der Kirche

Bad Wurzach – Nach der Segnung der zweiten Abteilung der Blutreitergruppen auf dem Podest unterhalb der Wallfahrtskirche war es Zeit die Heilig-Blut-Reliquie wieder an ihren Heimatort, den Gottesberg zu bringen.

Der Weihbischof trug sie unter dem Brokat-glänzenden Himmel hinauf zum Baldachin vor der Wallfahrtskirche, musikalisch begleitet von der Musikkapelle Rot an der Rot sowie zahlreichen Geistlichen, Ministranten und den Pagen, welche die Leidenswerkzeuge Christi trugen.

Mit den ersten Strophe des Heilig-Blut-Liedes eröffnete die Stadtkapelle, die das Pontifikalamt in gewohnt souveräner Manier musikalisch begleitete, den Festgottesdienst, den zahlreiche Geistliche, wie etwa der ehemalige Wurzacher Stadtpfarrer Norbert Wahl, die Salvatorianer Patres mit Provinzial Friedrich Emde an der Spitze sowie die Pfarrer Stefan Maier und Patrick Meschenmoser gemeinsam mit dem Weihbischof zelebrierten.

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In seiner Begrüßungsansprache konnte Pater Superior Konrad Werder neben vielen Ehrengästen u. a. den Patronatsherr Fürst Erich von Waldburg Zeil begrüßen. Darüberhinaus aber war auch mit Pater John aus Indien „die Weltkirche auf dem Gottesberg zu Gast“. Eine ganz besondere Pilgergruppe, die sich bereits zum 16. Mal zu Fuß von Nürtingen aus auf den Weg zum Gottesberg gemacht hatte, bekam einen Extra-Applaus.

Weihbischof Peter Birkhofer hatte seine Predigt unter das Leitwort von Johann Geiler von Kaysersberg „Gott herrscht am Holz, und niederfällt vor ihrem König alle Welt,“ geschrieben in seinem Buch „Der Baum des heiligen Kreuzes“, gestellt. Dieses Leitwort zierte gemeinsam mit einem Bild des schlichten Holzkreuzes in der Kirche von Ilij das offizielle Heilig-Blut-Fest Gebet 2023.

In der Predigt ging der Weihbischof zunächst auf die politische Uneinigkeit in der nationalen wie internationalen Politik ein. Er thematisierte aber auch durchaus selbstkritisch die erschütternden Ausmaße der Vertuschung sexuellen Missbrauchs in der Kirche.

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Nachdem er die schöne Tradition der Wallfahrt zum Gottesberg gewürdigt hatte „Es ist ein schönes Zeichen, wenn sie hier gemeinsam die Achtsamkeit mit der Bruderschaft vom schönen Tod“ leben, kam er auf das Sterben Jesu und damit den Sinn der Reliquienverehrung und warum Jesus uns in solch schwierigen Zeiten so nah ist, zu sprechen: „Er war uns in allem gleich, außer der Sünde.“

Er wolle uns nahe sein, daher sei ein Blick auf jenes schlichte Holzkreuz im Libanon, wo sich viele gegen das Aufgeben jeglicher Hoffnung stemmen so wichtig.„Ein Blick auf das Kreuz und der Glaube weitet den persönlichen Horizont.“ Das Kreuz von Illij stellt uns vor die Frage, ob wir die richtigen Prioritäten setzen.“ Das Kreuz zeige die Verbindung zwischen Himmel und Erde auf.

Ein weiterer Europäischer Krisenherd ließ Weihbischof Birkhofer ebenfalls nicht unerwähnt: Ein Ukrainischer Bischof beklagte, dass viele Ukrainer, aber auch zahlreiche Diplomaten das Land verlassen haben, die Kirche sei dagegen geblieben und zum sozialen Zentrum des Landes geworden. „Das Leben siegt, die Kirche dient.“

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Zum Abschluss seiner Predigt zitierte der Weihbischof aus dem Heilig-Blut-Lied, in dem genau das zum Ausdruck kommt, was sein festliches Leitwort von Johann von Geiler von Kaysersberg in andere Worte gefasst hat: „Lob und Preis sei deinem Blute, Jesu unserm höchsten gute, lass dein Blut und Deine Pein, an uns nicht verloren sein!“

Mit einem von allen inbrünstig mitgesungenen „Großer Gott wir loben Dich“ endete das diesjährige Pontifikalamt.



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